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Der Wind im Mai 2015

Ort:

Gudrun Goldmann

Der heftige Sturm am Dienstagabend hat nicht nur Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt, sondern auch das Windrad auf dem Schornstein des Schlachthofs so schwer beschädigt, dass es abgebaut werden musste.

Ob es repariert oder doch ersetzt wird, muss noch entschieden werden.
Es war wohl die eine heftige Böe, die im ganzen Schlachthof zu spüren war, die den Flügel der Turbine einknicken ließ. Kurz darauf riefen Anwohner an und machten die Mitarbeiter des Hauses darauf aufmerksam, dass sich über ihren Köpfen eine Gefahrenlage entwickelt hatte. Das war auch die Einschätzung der Polizei, die sofort zur Stelle war und das Zentrum mit der herbeigerufenen Feuerwehr gegen 16:30 Uhr räumte und absperrte, denn zu dem Zeitpunkt konnte nicht ausgeschlossen werden, dass Teile herunterfallen.
Glück im Unglück war, dass sowohl ein Schwerlastkran wie auch zwei Industriekletterer innerhalb kürzester Zeit zur Stelle waren. Zunächst wollte man nur den kaputten Flügel demontieren, das erwies sich aber als nicht durchführbar, so dass letztendlich die ganze Turbine vom Schornstein geholt wurde. Eine schwierige Aktion, die erst um Mitternacht beendet war.
Doch wie kann es sein, dass eine Windturbine dem Wind nicht gewachsen ist? Dafür sind sie doch konzipiert. Oder war der Sturm zu heftig? „Ausgelegt ist sie für 55m/sec, das sind 198 Stundenkilometer, die sind gestern nicht erreicht worden“, erklärt Diplomingenieur Ralf Manke, der das Projekt am Schlachthof von Anfang an betreut hat. Der Deutsche Wetterdienst bestätigt diese Aussage, er hat gestern in Bremen Spitzenwerte von 27,6 m/Sek. gemessen. Außerdem gibt es einen Drehzahlbegrenzer, der verhindert, dass die Fliehkräfte bei starkem Wind zu sehr auf die Flügel wirken. „Ob es sich um einen Materialfehler handelt ist im Moment Spekulation, wir müssen die Turbine erst mal genauer untersuchen.“
Er hat noch gestern Abend den Hersteller Urban Green Energy in New York kontaktiert und wird ihnen heute eine umfangreiche Fotodokumentation schicken. Beruhigt hat Manke, dass alle Verschraubungen gehalten haben. „Die Flügel bestehen aus einem Glasfaserverbundmaterial, das hält“, ergänzt der Fachmann. Trotzdem war es richtig, das Gelände abzusperren, denn der Schornstein ist 50 Meter hoch, da lässt sich von unten schlecht sagen, ob wirklich alle Schrauben noch am Platz sind.

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