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Turbostaat

Ort:

Kulturzentrum Schlachthof

Raum:

Kesselhalle

Turbostaat

Rückblickend ist es leider nicht mehr zu beantworten, ob überhaupt jemand von uns zur ersten Probe
erschienen wäre, wenn wir damals gewusst hätten, dass das automatisch bedeutet, für die nächsten zwei Jahrzehnte Verpflichtungen zu haben. Wir kommen aus einer Szene, in der sich laufend Bands gegründet und aufgelöst haben, die wenigsten davon hatten länger als ein paar Jahre Bestand. Vielleicht wurde eine Single gemacht, vielleicht eine ganze Platte, aber in der Regel haben sich die Leute dann anderen Dingen zugewandt. Einer neuen, anderen Band, möglicherweise einem DIY-Label oder Fanzine, oder man ist einfach in eine größere Stadt gezogen. Schlussendlich ist in unserem Fall aus solchen Trümmern Turbostaat entstanden.

Unser erstes Konzert spielten wir am 08.05.1999 als eine von drei Bands im Husumer Speicher. Die Details um diesen Abend herum sind in unserer Erinnerung etwas neblig und die Eindrücke, wie die Show gewesen ist, unterscheiden sich zum Teil stark. Glücklicherweise führte eine Show bei uns damals oft zu einer weiteren. Regelmäßig kam am Ende eines Abends jemand auf uns zu der sagte, er mache auch irgendwo Konzerte und ob wir nicht dort würden spielen wollen.

Marten war im Besitz eines 8-Spur Tape Recorders, dem Yamaha MT8X, mit dem wir, so gut es eben
ging, im Juli 1999 im eigenen Proberaum ein Demo mit fünf Liedern aufnahmen, von denen sich eines,
nämlich “18:09 Uhr. Mist, verlaufen”, auch auf “Nachtbrot” wiederfindet. Da Peter damals im Speicher
arbeitete, hatten wir Zugang zu einer großen Kiste von Kassetten anderer Bands, die sich über die Jahre erfolglos im Speicher bewarben, die wir dann mit unserem Gerödel überspielten, mit einem Filzstift dick TURBOSTAAT drauf schrieben und für eine Mark verkauften. Wenn “Ahoi”, das letzte Lied unseres Demos, verklang, man das Tape aber weiterlaufen ließ, schwitzte einem kurz darauf irgendeine
ambitionierte Blues Band oder ein Singer/Songwriter ins Ohr…“ (Roland "Rolli" Santos Liner Notes Nachtbrot)

Der Rest ist Geschichte, dauert nun schon 20 ereignisreiche Jahre und ist nachzuvollziehen auf
„Nachtbrot“, dem ersten Turbostaat Live-Album. Aufgenommen bei drei aufeinanderfolgenden
Konzerten im April 2018 im Conne Island in Leipzig. Ihr langjähriger Wegbegleiter und Freund Moses
Schneider produzierte das Album. "Nachtbrot" liefert eine Zusammenfassung der Bandgeschichte,
zusammen mit den stets wichtigsten Bandmitgliedern: ihren Fans.

Turbostaat stammen aus einer Szene, in der das Agieren auf Augenhöhe Teil der Definition von Punk ist. Das vorherrschende Gefühl, das die da, die auf der Bühne etwas aufführen, sich nicht als die Stars, als etwas Besseres verstehen, sondern dass das einfach welche von Vielen sind, die ihren Teil zu einer
gelebten Gegenkultur beitragen.

So verwundert es weder, dass der Gesang des Publikums fast gleichberechtigt mit der Stimme von Sänger Jan Windmeier auf dem Album zu hören ist, noch dass alle Namen der Konzertbesucher im Conne Island im 60-seitigen Booklet verewigt wurden. Sie sind alle Teil des Ganzen. Wie immer, seit 20 Jahren, verabschiedet sich Jan nach jeder Show mit dem gleichen Satz: „Danke euch, dass wir das hier machen dürfen“.

Turbostaat sind und werden immer sein: Marten, Rolli, Jan, Tobert und Peter.

Veranstalter:
Koopmann Concerts & Promotion GmbH und Co. KG

Vorverkaufsstellen:
CTS eventim,Schlachthof

Preise:
VVK: 22,50 € zzgl. Gebühren

KULTURZENTRUM SCHLACHTHOF


FINDORFFSTR. 51 D-28215 BREMEN

TEL: +49 - (0)421 - 377750

FAX: +49 - (0)421 - 3777511


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