- Editorial
Wenn die Antwort Utopie heißt, wie lautet dann die Frage? Sicher gibt es mehrere, aber eine ist: Was brauchen wir, um in Zukunft zusammen zu (über-)leben? Dafür braucht es Ideen, Utopien und praktische Lösungen, denn ein einfaches Weitermachen verbietet sich angesichts von Klimawandel und einer Erosion demokratischer Strukturen weltweit. Es wird also um Utopien und Hoffnung gehen in diesem Magazin, das übrigens das letzte ist, das ich betreue.
Inspiriert zu dieser Ausgabe hat mich eine Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg mit dem Titel ›Utopia. Recht auf Hoffnung‹. Die Ausstellungsmacher:innen präsentieren dort Mikro-Utopien von Künstler:innen, Architekt:innen und indigenen Gruppen, die Lösungen gefunden haben für Probleme, mit denen sie konfrontiert sind. Eins dieser Projekte zur Wassergewinnung wird im Heft vorgestellt.
Der Politikwissenschaftler, Soziologe und Philosoph John Holloway hat sich in seinem Buch ›Hope in hopeless times‹ etwas grundsätzlicher mit diesem Thema auseinandergesetzt. Und Lisann Prüss stellt seinen Ansatz und die Diskussion darüber vor. Außerdem berichten wir von Menschen, die in Bremen gemeinschaftliche Wohnformen ausprobieren und damit ihre Mikro-Utopie leben. Und Teresa Starkloff berichtet aus eigener Erfahrung, wie man die Hoffnung behält, wenn man an einer wenig erforschten Krankheit leidet.
An dieser Stelle möchte ich allen Autor:innen, Fotograf:innen und Illustrator:innen danken, denen ich durch die Arbeit in der Zeitungswerkstatt im Schlachthof begegnet bin und die definitiv für Farbe in meinem Arbeitsleben gesorgt haben. Und ein ganz besonderer Dank geht an Benjamin, Marlis und Jörg für eine wirklich jahrzehntelange gute Zusammenarbeit. Es war mir ein Fest!