Das Blaumeier-Atelier entstand in den 1980ern nach der Auflösung der Langzeitpsychiatrie Klinik Kloster Blankenburg. Seitdem können Menschen hier künstlerisch aktiv werden in Theater, Musik, Malerei, Fotografie und vielem mehr.
Das Ziel ist gelebte Inklusion, wobei künstlerisch-schöpferisch zu sein ausdrücklich nicht therapeutisch gemeint ist. Schon zu Beginn formulierte das Atelier seinen Grundgedanken: Bevor wir individuell Kranke werden, sind wir sozial Kranke. Es ist ein Anliegen des Projekts, diesen Zusammenhang ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Jetzt feiert Blaumeier 40-jähriges Jubiläum mit Workshops, Lesungen und Konzerten. Ab dem 4. September wird zudem die Ausstellung „Haut und Hülle“ im Güterbahnhof gezeigt, bei der Fragilität und Schutz des menschlichen Körpers im Fokus stehen.
Die Enttabuisierung mentaler Krankheiten ist in vollem Gange, und dennoch ist in dieser Hinsicht gesamtgesellschaftlich noch sehr viel Luft nach oben.
Immer mehr Angebote setzen auf verschiedene Herangehensweisen rund um die psychische Gesundheit. So ist brynja ebenfalls eine Anlaufstelle, die zwar jünger als Blaumeier, aber dennoch etabliert ist und ein breites Spektrum an Kursen anbietet mit dem Anspruch ein „Fitnessstudio für die Psyche“ zu sein. Neben Workshops und Vorträgen gibt es dort auch einen „Warteraum“. Hier können Menschen die oft zähe Zeit bis zum Therapieplatz gemeinsam überbrücken. Brynjas Ziel: Resilienz stärken, Gemeinschaft fördern und aufklären.
Die Enttabuisierung mentaler Krankheiten ist in vollem Gange, und dennoch ist in dieser Hinsicht gesamtgesellschaftlich noch sehr viel Luft nach oben. Die neu gegründete Initiative unpretend setzt genau hier an. Die beiden Gründer Jean-Paul Lühmann und Till Gaßmann haben in der Vergangenheit selbst Erfahrungen mit mentalen Krankheiten gemacht und sich dann zufällig bei einem Projekt kennengelernt. Jetzt wollen sie ein Bremer Netzwerk schaffen, das verschiedene lokale Initiativen und Angebote als Angelpunkt miteinander in Kontakt bringt und somit Menschen, die nach Rat und Hilfe suchen, lange Recherchearbeit und mentale Last abnehmen. Als Anlaufstelle auf Konzerten oder mit Info-Slides auf Instagram: Das Thema soll mit niedrigschwelligen Impulsen an Orte gebracht werden, wo es bisher meist nicht präsent ist. Schritt für Schritt wird Mut gemacht, zum Nachdenken angeregt und Austausch gefördert.
Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen und wird bisher von den Gründern aus eigener Tasche finanziert. Wer spenden oder mitmachen möchte, findet Informationen auf Instagram unter @unpretend.de oder auf der Website unpretend.de.