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  • Kolumne

Editorial

So ganz rund läuft es mit dem geplanten Stadtmusikanten- und Literaturhaus bisher nicht. Man habe das Haus erst für 17 Millionen Euro verkauft, um kurz darauf einen Teil des Gebäudes für 23 Millionen zu mieten – moniert beispielsweise die CDU und würde das Projekt am liebsten heute noch kippen. Auf der letzten Kultur-Deputationssitzung gab es darüber einen ordentlichen Streit. Fakt ist, dass Kultursenator Bovenschulte im letzten August den Mietvertrag unterschrieben hat und dass das Literaturhaus sehr wichtig war bei der Ernennung zur ›City of Literature‹.

In dem historischen Kontorhaus am Markt wird Bremens Literaturszene einen zentralen Ort bekommen, es sollen beispielsweise Lesungen, Poetry Slams und Workshops dort stattfinden. Daneben wird es natürlich auch um das Märchen der Stadtmusikanten gehen, welches man zum Anlass nehmen will, um Themen wie Flucht, Vertreibung, Solidarität und Migration aufzugreifen. Die Schriftstellerin Jutta Reichelt beispielsweise freut sich über das Stadtmusikantenhaus. Im Interview sagt sie, dass sie überzeugt sei, dass es die Bremer Literaturszene stärken werde. Und sie findet, Bremen sei völlig zu Recht ›City of Literature‹ geworden. Was sich hinter diesem Titel eigentlich verbirgt, darüber schreiben wir auch und geben ein paar Beispiele, wie andere Städte sich für Literatur engagieren.

Seit 2021 betreibt das virtuelle Literaturhaus mit Unterbrechungen die Programmreihe ›queer.lit!‹, die wir in dieser Ausgabe vorstellen. Und wie es der Zufall will, ist die neue Projektleitung, Janin Rominger, auch die Autorin unseres Aufmachers.

Viel Spaß beim Lesen!
Gudrun Goldmann
(Chefredakteurin)